Buch-Rezensionen

Dr. Paul Conti ist Psychiater – jemand also, der sich beruflich meist mit den Problemen und Belastungen seiner Patienten beschäftigt. In diesem Buch richtet er den Blick bewusst auf die andere Seite und stellt eine ebenso einfache wie wichtige Frage: Was läuft in unserem Leben eigentlich gut? Der Untertitel verspricht eine „revolutionäre Methode für mentale Gesundheit, emotionale Stabilität und ein erfülltes Leben“. Ganz neu ist dieser Ansatz zwar nicht, denn auch die moderne Psychologie arbeite
Der Untertitel dieses Sammelbandes lautet „Geschichten vom Geschenk der Freundschaft“. Das Buch widmet sich einer der wichtigsten Beziehungen im Leben. Studien zeigen schließlich immer wieder, dass enge menschliche Bindungen wesentlich zu Gesundheit, Lebensfreude und Wohlbefinden beitragen. Grund genug also, die Freundschaft einmal literarisch aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten: Freundschaften können tröstend, inspirierend und bereichernd sein, aber auch enttäuschen, belasten oder

Tetsuyo Ishi lebt in einem kleinen Bergdorf in der Präfektur Hiroshima. Mit 26 Jahren heiratete sie, bis zu ihrem 56. Lebensjahr arbeitete sie als Grundschullehrerin. Heute ist sie 102 Jahre alt und dabei bemerkenswert gesund, geistig wach und lebensfroh. Sie kümmert sich um ihre kleinen Felder, plaudert mit Nachbarn und lebt seit dem Tod ihres Mannes vor zwanzig Jahren allein in ihrem Haus. Eigene Kinder hat sie nicht, doch ihre Nichte und ehemalige Schüler besuchen sie regelmäßig.
Nach ihrem Bestseller „50 Sätze, die das Leben leichter machen“ stellt Karin Kuschik nun 50 Fragen, die zum Nachdenken anregen. Etwa diese: „Welcher meiner Werte ist für mich absolut nicht verhandelbar“, „Was wäre, wenn du dich das trauen würdest?“ oder „Wie werde ich die Situation wohl in einem Jahr einordnen?“ Die Autorin ist in ihrer Einleitung davon überzeugt: „Fragen haben Superpower“. Und tatsächlich bringen ihre klugen Fragen Konflikte ans Tageslicht, relativieren Sorgen, zeigen neue Pers

Dass das Älterwerden derzeit Konjunktur hat, lässt sich kaum übersehen. Autorinnen und Autoren in den Fünfzigern widmen sich dem Thema auffällig häufig, und auch Alexander Kühn, SPIEGEL-Reporter, reiht sich mit seinem Buch in diese wachsende Sammlung ein. Ausgangspunkt ist sein eigenes 50. Lebensjahr und der Versuch, sich mit dieser Zäsur zu arrangieren. Kühn kombiniert persönliche Beobachtungen mit einer Reihe von Interviewpartnern: Er trifft prominente und weniger bekannte Menschen unterschied
Malaysia, 1921: Lesley Hamlyn lebt das äußerlich geordnete, komfortable Leben einer Frau der britischen Kolonialgesellschaft. Als der Schriftsteller W. Somerset Maugham – ein alter Freund ihres Ehemanns Robert – zu Besuch kommt, bringt er gemeinsam mit seinem Sekretär Gerald Haxton frischen Wind in das abgeschiedene Haus der Hamlyns. Maugham ist bereits ein gefeierter Autor, zugleich jedoch innerlich von Zweifeln und Ängsten geprägt.

Beim ersten Durchblättern wirkte das Buch auf mich zunächst etwas ungewohnt: Die LeserInnen werden konsequent geduzt, und der Ton ist vertraulich gehalten. Der Einstieg lautet etwa: „Hast du auch manchmal dieses Gefühl, dass die Zeiten immer schwieriger werden? Kennst du dieses mulmige Gefühl?“ Das hat mich anfangs ein wenig zögern lassen. Wenn man sich jedoch auf diese persönliche Ansprache einlässt, entfaltet das Buch schnell seinen freundlichen und unterstützenden Charakter.
Die Leser meines Rezensionsblogs wissen: Sobald Japan im Spiel ist, bin ich dabei. Schon der Titel dieses Buches – Paris–Tokio – hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt. Ich erwartete zunächst ein klassisches Kochbuch mit Gerichten, die sich vielleicht mit etwas Mühe zu Hause nachkochen lassen. Doch diese Erwartung wird schnell und sehr deutlich korrigiert: Dieses Werk spielt in einer ganz anderen Liga.

Ich bin seit Langem ein großer Fan von Marie Kondo, der japanischen Meisterin des Aufräumens. Ihr Bestseller Magic Cleaning hat meiner Wohnung spürbar gutgetan. Ihr neues Buch ist nun deutlich persönlicher und leiser im Ton. Anhand eigener Erfahrungen und Anekdoten beschreibt Kondo sechs zentrale Werte der japanischen Kultur, die ihr Leben prägen: Wertschätzen, Meistern, Umsorgen, Genießen, Reinigen und Harmonisieren. Dabei zeigt sie, wie sich etwa durch den Wechsel der Jahreszeiten Schönheit im
Man darf es ruhig hören: mein erleichtertes Aufseufzen. Nach einer Reihe allzu softer, banaler und dennoch hochgelobter Bestseller ist dieser Roman eine Wohltat. Endlich wieder ein spannendes, klug geschriebenes Buch, das man kaum aus der Hand legen mag – und das ich in einem Zug verschlungen habe. Im Mittelpunkt steht Nelly, eine einfache Wirtstochter vom Land, die den gesellschaftlichen Aufstieg geschafft zu haben scheint. An der Seite ihres erfolgreichen Mannes Tom führt sie ein Leben im Über

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