Karoline Adler (Hrsg.): Welch Glück, dass es dich gibt

288 Seiten, 13 €, dtv

 Der Untertitel dieses Sammelbandes lautet „Geschichten vom Geschenk der Freundschaft“ - das Buch widmet sich einer der wichtigsten Beziehungen im Leben. Studien belegen schließlich immer wieder, dass enge menschliche Bindungen wesentlich zu Gesundheit, Lebensfreude und Wohlbefinden beitragen. Grund genug also, die Freundschaft einmal literarisch aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten: Freundschaften können tröstend, inspirierend und bereichernd sein, aber auch enttäuschen, belasten oder im Laufe der Zeit verloren gehen. Sie entstehen neu, verändern sich und nehmen viele Gestalten an: als Herzensfreundin, guter Kumpel, langjährige Weggefährtin oder sogar als geliebtes Haustier.

Karoline Adler hat dazu 26 Geschichten bekannter und weniger bekannter Autorinnen und Autoren versammelt. So schreibt Julia Karnick über „Original und Fälschung“, Jane Gardam über „Seelenverwandte“, Henry Miller über „Mein bester Freund“ und Mascha Kaléko mit feiner Melancholie über den „Abschied von einem Freund.

Insgesamt ist das ein anrührendes, inspirierendes und herzerwärmendes Loblied auf die Freundschaft. Auch wenn nicht alle Beiträge gleichermaßen mit gedanklicher Tiefe  oder literarischer Qualität überzeugen. Axel Hacke etwa schwärmt in „Bosch, mein weißer Bruder“ von seinem Kühlschrank (!), während bei Diana Hillebrands „Espresso für die Seele“ der Eindruck entsteht, als habe eine Künstliche Intelligenz mit am Text gearbeitet.

Dennoch ergibt sich insgesamt ein interessantes, facettenreiches Kaleidoskop menschlicher Verbundenheit. Die Geschichten regen dazu an, über die eigenen Freundschaften nachzudenken und die Menschen wertzuschätzen, die das eigene Leben begleiten. Vor allem aber ist dieser Band ein schönes Geschenk für jemanden, dem man schon lange einmal Danke sagen wollte. Mein Exemplar bekommt meine beste Freundin.