464 Seiten, TB 14 €, dtv
Anika Decker erzählt eine ebenso humorvolle wie bissige Geschichte über das Älterwerden, gescheiterte Beziehungen und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen.
Im Mittelpunkt steht Nina, kurz vor ihrem 50. Geburtstag, geschieden und – wie sie selbst sagt – „irgendwo zwischen Frust, Erschöpfung und unterschwelliger Wut“. Ihr Exmann führt ein neues, perfektes Leben mit einer jüngeren Frau und Zwillingen in einer luxuriösen Villa, während Nina bescheiden wohnt und einen stressigen Job in einer Film-Produktionsfirma hat. Diese offensichtliche Ungerechtigkeit nagt an ihr.
Doch dann geschieht etwas, womit Nina selbst nicht gerechnet hat: Sie verliebt sich in den zwanzig Jahre jüngeren David. Was zunächst wie ein unerwarteter Lichtblick erscheint, bringt schnell ihre gesamte Lebensordnung ins Wanken. Denn plötzlich hat jeder eine Meinung zu dieser Beziehung – Freunde, Familie, das Umfeld und vor allem Nina selbst.
Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Neben Nina und David kommen auch Ninas Schwester Lena sowie deren Mann Flori zu Wort. Dadurch entsteht ein abwechslungsreiches Bild verschiedener Lebensmodelle, Unsicherheiten und Beziehungskonflikte, das den Roman lebendig und vielschichtig macht.
Gewiss spricht der Roman am ehesten Leserinnen in der gleichen Lebensphase oder mit ähnlichen Erfahrungen an. Für diese Zielgruppe dürfte das Buch sehr lesenswert sein.
