Katrin Sedding: Sicherheitszone (Roman)

458 Seiten,  24.-€   Rowohlt Berlin

 Als Hamburgerin habe ich 2017 den G20-Gipfel in unserer Stadt miterlebt. Brennende Autos, teils militante Demonstranten, eine Herausforderung für die Polizei. Von daher interessierte mich dieser Roman besonders, denn er spielt in dieser Zeit. Doch er hat einen anderen Schwerpunkt als ich erwartet habe. Es geht nicht (nur) um Schilderungen der politischen Ereignisse, sondern vorwiegend um die Geschichte einer Familie. Die Autorin beschreibt den Alltag der Familie Koschmieder. Protagonisten sind die 87jährige Helga, ihr Sohn Thomas, ihre Schwiegertochter Natascha und deren Kinder Alexander und Imke. Sie alle geraten auf verschiedenen Seiten in brenzliche Situationen im Verlauf des Gipfels. Alexander ist bei der Polizei, Imke engagiert sich bei den Demonstranten. Auch ihre Eltern werden unversehens in das Geschehen hineingezogen. Für jeden von ihnen wird die Situation zur Prüfung. Dabei verwischen sich gut und böse, richtig und falsch. Am Ende ist in der Familie nichts mehr, wie es war.

Katrin Sedding verbindet gekonnt die persönlichen Schicksale einer Familie mit einem Stück aktueller Zeitgeschichte. Das zu lesen lohnt sich auch für Nicht-HamburgerInnen.

 


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