Toshikazu Kawaguchi : Das magische Café

240 Seiten,   18.- €    O.W. Barth

 Geschichten über magische Cafés gibt es einige, man denke nur an John Streleckys Bestseller „Cafe´am Rande der Welt“. Dieses Buch ist anders, tiefgründiger. Toshikazu Kawaguchi erzählt die Legende von einem japanischen Café. Dort steht ein geheimnisvoller Stuhl, der nur zu bestimmten Zeiten besetzt werden kann. Wer darauf Platz nimmt, darf in die Vergangenheit zurück – doch nur so lange, bis der Kaffee kalt geworden ist. Andernfalls muss er in der Vergangenheit bleiben. Vier Gäste nehmen dort nacheinander Platz. Man erfährt die Geschichte eines Liebespaares, eines Ehepaares, einer Schwester und einer Mutter. Ihre Motive, zurückzuschauen, sind herzbewegend. Versöhnung, Vergebung und Hoffnung sind die Ergebnisse dieser „Sitzungen“. Wer den Blick zurück wagt, gewinnt die Kraft, die Zukunft mutiger zu gestalten.

 Der Autor ist kein Schriftsteller, sondern Dramatiker. Entsprechend spröde sind die vier Geschichten geschrieben. Zudem wirken die etwas steifen japanische Umgangsformen fremd. Es ist also kein Buch, das man so herunterliest wie die bewährten Café-Bücher amerikanischer Autoren. Trotzdem fand ich es faszinierend und inspirierend. Für LeserInnen, die sich auf das Besondere einlassen wollen.

 

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