James McCrae: Ich brauche einen neuen Kopf, der alte denkt zu viel

220 Seiten, 18.-€   Leo

Angezogen hat mich vor allem der Untertitel des Buches: „Wie du dein Ego überwindest und endlich anfängst zu leben“. Unter „Ego“ versteht der Autor den Persönlichkeitsanteil, der seinen Vorteil in der äußeren Welt sucht und seinen Willen durchsetzen möchte. Das Ego steht in Kontrast zum „Höheren Selbst“, demjenigen Teil in uns, der eine universelle Wahrheit vermittelt. McCrae erzählt von seiner persönlichen Erfahrung mit diesen beiden inneren Stimmen. Viele Jahre hat er als Werber nach materiellem Erfolg und Anerkennung gestrebt und dabei seinen alten Traum, Schriftsteller zu werden, verraten. Als er schließlich nach New York zieht, um seinen Wunsch doch noch umzusetzen, macht ihn dort der Hurrican Sandy obdachlos. Auf einer kleinen Karibikinsel im Strandhaus eines Freundes überdenkt er sein Leben. Mit eigenen Erlebnissen macht McCrae den Konflikt zwischen dem Ego und dem Höheren Selbst deutlich. Dabei formuliert er weise Sätze, die man sich am liebsten an die Pinnwand hängen möchte, um sie immer wieder präsent zu haben, etwa diese: „Erfolg entsteht nicht dadurch, dass wir unsere Erwartungen nach außen projizieren. Er entsteht dadurch, dass wir unsere innere Gewärtigkeit kultivieren“, „Der Sinn unseres Lebens beginnt dort, wo wir sind“ oder „Unser Glück ist nur so groß wie unser Mut“. McCraes Gegenüberstellung von Ego und Höherem Selbst ist besonders hilfreich für alle diejenigen, die sich von äußeren Dingen wie Sicherheit und Anerkennung abhängig machen und dabei unzufrieden sind. Sein Buch vermittelt überzeugend, dass wir nur glücklich werden, wenn wir uns von unserem Höheren Selbst leiten lassen und unsere Individualität zum Wohle des Ganzen einsetzen.

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