Nina George: Südlichter. Roman

284 Seiten. 18,99 €. Droemer-Knaur

 

Nina Georges Buch "Das Lavendelzimmer" habe ich vor einigen Jahren mit Vergnügen gelesen, diese romantische Geschichte um Jean Perdu, der eine literarische Apotheke in seiner Buchhandlung auf einem Flussschiff betreibt. "Südlichter" knüpft hier inhaltlich an, denn so lautet der Titel eines geheimnisvollen Buches, das Jean besonders geliebt hat. Also Zutaten, mit denen sich an den Erfolg des „Lavendelzimmers anknüpfen lässt, zumal als Reminiszenz auf dem  Cover ein Lavendelsträußchen blüht.

Die Liebe selbst ist die Erzählerin der Geschichte von der j12jährigen Marie-Jeanne und ihren Zieheltern Francis und Elsa. Deren Leben spielt sich in Nyons, einem Dorf in der Provence ab. Marie-Jeanne hat die Gabe, bei anderen Menschen Leuchtfäden zu sehen und zu spüren, wer zueinander passt. Etwa ihre Schulfreundin Loulou und Lucas oder ihre Zieheltern Francis und Elsa, die nur selten ein Lächeln zeigt. Francis wiederum hat eine Überlandbibliothek eröffnet, mit der Mission, das Misstrauen der Provence-Bewohner gegenüber der Literatur zu überwinden.Es geht also wie im Lavendelzimmer um Liebe, Bücher und Magie. Das ist feinfühlig und liebevoll geschrieben, hat Humor und Poesie. Aber mir fehlt, was das „Lavendelzimmer“ hatte: Neben schönen Sätzen auch mit einer Geschichte zu berühren. Der Roman ist ohne Spannung. Ich sehe da nur eine Möglichkeit: Vielleicht muss man ihn entschleunigt auf einem Liegestuhl mit Blick auf Lavendelfelder lesen.

 

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